FAQ – häufige Fragen (Frequently Asked Questions)

1. Wo kann ich solche Geräte einmal ansehen oder ausprobieren?
Bei Ihnen zu Hause oder in unseren Schulungs- und Beratungsräumen. Auf Wunsch können Sie nach Terminabsprache gerne eine Vielzahl unterschiedlicher Geräte in unseren Schulungs- und Beratungsräumen erproben und sich über die Vor- und Nachteile einzelner Geräte beraten lassen. Oder wir besuchen Sie nach vorhergehender Vereinbarung unverbindlich mit den näher in Betracht kommenden Systemen bei Ihnen zu Hause. Eine weitere Möglichkeit bieten Messebesuche.

2. Was kosten solche Geräte?
Die Preise für Bildschirm-Lesegeräte, Vorlesegeräte und Braillezeilen hängen im wesentlichen davon ab, welche Garantiezeit mit den jeweiligen Krankenkassen vereinbart sind. Diese Gewährleistungsfristen können zwischen 2 Jahr bis 5 Jahren betragen, was sich entsprechend im Preis niederschlägt. Es ist daher an dieser Stelle nicht möglich, einen Preis für ein bestimmtes Gerät zu nennen, da die damit in Zusammenhang stehenden Leistungen variieren. Die jeweiligen Listenpreise finden Sie in unserer aktuellen Preisliste. Gerne schicken wir Ihnen aber auch unsere aktuelle Preisliste zu. Sollten Sie ein konkretes Angebot über ein Gerät benötigen, teilen Sie uns bitte unbedingt mit, bei welcher Krankenkasse der Antragsteller versichert ist.

3. Gibt die Krankenkasse einen Zuschuss für solche Geräte?
Ja. Bei medizinischer Notwendigkeit werden entsprechende Hilfsmittel gem. § 33 SGB (Sozialgesetzbuch) V (Band 5) von den Krankenkassen ihren Mitgliedern kostenlos für die Dauer der Notwendigkeit bereitgestellt. Der Versicherte hat einen Anspruch auf ein Hilfsmittel, das ausreichend, wirtschaftlich und notwendig ist. Die GKV (Gesetzliche Krankenversicherung) stellt Ihren Versicherten frei, für Geräte nach individuellen Vorstellungen (Wunschversorgungen) die Mehrkosten aus eigenen Mitteln zu finanzieren. In solchen Fällen wird der Betrag für die Grundversorgung von der gesetzlichen Krankenkasse finanziert, der Aufpreis ist vom Versicherungsnehmer selbst bei Lieferung zu entrichten. Achtung: Auch bei Leistung eines privaten Eigenanteils erwirbt der Versicherte keinen Eigentumsanspruch!

4. Bezahlt die Beihilfestelle Sehbehinderten- und Blindenhilfsmittel?
Ja und Nein. Die Beihilfestelle prüft den Antrag und gewährt einen prozentualen Zuschuss gem. der Beihilfeverordnung. Hierbei wird geprüft, in wieweit andere Kostenträger bereits einen Kostenanteil übernommen haben. Eine vollständige Übernahme der Kosten im Sinne einer Bezahlung des benötigten Hilfsmittels erfolgt nicht. Die Höhe der Zuschüsse kann nach unserer Erfahrung bis zu 80% betragen.

5. Bekomme ich das auch noch mit meinem hohen Alter?
Ja. Das Alter eines Versicherten ist kein Ausschlusskriterium. Liegt eine Sehbehinderung oder Erblindung (auch im Sinne des BSG [Bundessozialhilfegesetz] )vor, ist die Krankenkasse dazu verpflichtet, ein Hilfsmittel bereitzustellen, das dazu im Einzelfall erforderlich ist, den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern oder eine Behinderung auszugleichen, soweit das beantragte Hilfsmittel nicht als Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens anzusehen ist oder nach § 34 SGB V ausgeschlossen ist. Letzteres trifft für Bildschirmlesegeräte, Vorlesegeräte oder Braillezeilen nicht zu. Diese sind anerkannte Hilfsmittel gem. § 33 SGB V. Es muss sichergestellt sein, dass der Versicherte geistig und körperlich in der Lage ist, das beantragte Hilfsmittel eigenständig zu bedienen. Es muss ein Bedarf bestehen. Sind diese Voraussetzungen gegeben, darf das Alter eines Versicherten nicht als Ablehnungsgrund herangeführt werden. Bestehen Zweifel, dass ein Hilfsmittel bedient werden kann, kann die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) mit der Prüfung der Sachlage beauftragen. Da dieser oftmals per Aktenlage entscheidet, müssen Sie die Empfehlung des MDK, die von den Krankenkassen gerne fälschlicherweise als Entscheidung dargestellt wird, nicht akzeptieren. Im Fall einer Auseinandersetzung sind wir gerne dazu bereit, für die Dauer einer Erprobungsphase ein entsprechendes Gerät gegen eine moderate Leih- und Bearbeitungsgebühr bereitzustellen.

6. Kann oder darf die Krankenkasse eine Versorgung ablehnen?
Nein, wenn o.g. Bedingungen erfüllt sind. Ja, wenn berechtigte Zweifel daran bestehen, dass der Versicherte das beantragte Hilfsmittel nicht eigenständig bedienen kann oder nur in solch geringem Maß nutzt, dass eine Bereitstellung des beantragten Hilfsmittels als unwirtschaftlich angesehen werden muss.

7. Wie komme ich zu einem solchen Gerät?
Einer Versorgung geht i.d.R. die Erprobungs- und Antragsphase voraus. Wir empfehlen Ihnen, zunächst das ausgiebige Studium unserer Websites. Danach setzen Sie sich mit uns in Verbindung und vereinbaren einen Erprobungstermin. Dieser kann bei Ihnen zu Hause oder bei uns stattfinden. Bringt Ihnen das getestete System den gewünschten Erfolg, müssen Sie sich um eine Verordnung durch Ihren Augenarzt bemühen. Der einfachste und unkomplizierteste Weg ist der, dass Sie uns diese Verordnung zukommen lassen und wir uns um alles Weitere für Sie kümmern. Die Verträge mit einzelnen Krankenkassen erlauben es auch, dass unter bestimmten Voraussetzungen bei bestimmten Krankenkassen kein Antrag gestellt werden muss, sondern eine Grundversorgung bei Vorliegen einer entsprechenden ärztlichen Verordnung direkt erfolgen kann. Sollten Sie hierzu fragen haben, schicken Sie uns kurz eine eMail oder rufen uns an. Wir geben Ihnen gerne Auskunft.

8. Mein Arzt will das Hilfsmittel nicht verordnen. Was kann ich tun?
Viele Fachärzte haben Angst, dass die Verordnung eines solchen Hilfsmittels ihrem Heilmittelbudget angerechnet wird oder haben fachliche Bedenken, wenn diese kein Lesegerät zur Erprobung haben. Informieren Sie Ihren Arzt, dass diese Geräte anerkannte Hilfsmittel und keine Heilmittel sind, weswegen sie auch nicht seinem Budget angerechnet werden. Zweifelt Ihr Arzt daran, bitten Sie ihn um eine Überweisung an die nächstgelegene Augenklinik, die über eine entsprechende Hilfsmittelauswahl verfügt. Meist sind dies spezielle Sehbehindertenambulanzen oder fragen Sie ihn, ob er einer Erprobung durch uns zustimmt. Wir erstellen gerne einen Testbericht, der über den Erfolg- oder Misserfolg dokumentiert. Somit kann der Arzt sicher sein, dass eine Erprobung erfolgte und das beantragte Hilfsmittel auch bedient werden kann. Sollte sich Ihr Augenarzt aus irgendwelchen nicht nachvollziehbaren Gründen weigern, wechseln Sie den Arzt!

9. Meine Krankenkasse möchte mir ein altes Gerät zu Verfügung stellen, kann sie das so einfach?
Prinzipiell ja. Die gesetzlichen Krankenkassen sind nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot des SGB V (Sozialgesetzbuch Band 5) dazu verpflichtet, eine kostengünstige Versorgung vorzunehmen. Hierbei trifft insbesondere der § 33 Band V SGB zu, in dem es heißt, dass ein Hilfsmittel:  – Ausreichend und  – Wirtschaftlich und  – Zweckmäßig – sein muss, damit es als Leistung (sofern es sich überhaupt um eine Leistung der GKV [Gesetzliche Kranken-Versicherung] handelt) finanziert werden kann. Befindet sich also ein gleichwertiges Hilfsmittel mit dem gleichen therapeutischen Nutzen im Lagerbestand des Kostenträgers, ist dieser dazu verpflichtet, dieses Hilfsmittel einzusetzen. Die Problematik dabei ist, dass die einzelnen Sachbearbeiter der Krankenkasse oftmals gar nicht in der Lage sind, die einzelnen Geräte bzgl. ihrer Eignung zu beurteilen und daher oftmals irgendein Hilfsmittel aus der gleichen Produktgruppe des Hilfsmittelverzeichnisses einsetzen oder den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) einschalten der dann nach Aktenlage urteilt. Mit rechtsverbindlicher Wirkung des MPG (Medizinproduktzegesetz) 1997 gelten jedoch Standards, die von alten (wir verwenden hier absichtlich nicht die Formulierung „älteren Geräten“) Geräten nicht erfüllt werden. Weitere Mindestanforderungen sind im Bundesanzeiger veröffentlicht. Von großer Bedeutung für diese Problematik ist auch, dass alle drei Kriterien (ausreichend, wirtschaftlich und zweckmäßig) gleichzeitig erfüllt sein müssen. Verursacht Ihnen z.B. ein Bildschirmlesegerät Kopfschmerzen oder Schwindelgefühl, weil es ggf. nur 60 Hz oder sogar nur 50 Hz Bildfrequenz hat, ist es auch dann als nicht ausreichend anzusehen, wenn es die benötigte Vergrößerung liefert. Ein solches Gerät kann (sogar nach Aussagen des MDK [in Originalton] als „gebrauchsfähiger Sperrmüll“ bezeichnet werden. Im Rahmen einer wirtschaftlichen Versorgungsmöglichkeit sollten Sie jedoch nicht von Vorneherein ein Lagergerät ablehnen, sondern objektiv prüfen, ob Ihnen das Gerät nicht ggf. doch den gleichen Nutzen bringt. Bedenken Sie bitte dabei auch, dass es auch Ihr Geld ist, dass die Krankenkasse wirtschaftlich verwalten und im Idealfall einsparen soll, damit die Beiträge stabil bleiben oder sinken! Diese Bescheidenheit und Sparwille hat aber auch seine Grenzen. Wir stellen immer wieder fest, dass „Geräteleichen“ meist von Sanitätshäusern im Zuge des Wiedereinsatzverfahrens ausgeliefert werden sollen. Diese Geräte sind in dem meisten Fällen nicht mit der erforderlichen Sorgfalt unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen (MPG) geprüft und gewartet worden, da diese Geräte nicht in das Berufsbild des Orthopädiemechanikers fallen. Der Wirtschaftlichkeitsgedanke darf nicht auf Kosten der Minimalforderung und unter Umgehung gesetzlicher Bestimmungen – also nicht um jeden Preis – im Vordergrund stehen. Gem. MPG muss jeder Leistungserbringer entsprechende Sachkenntnisse haben, damit er eine entsprechende Leistung erbringen darf. Wenn sich also ein (von der Krankenkasse beauftragtes Sanitätshaus) bei Ihnen meldet, können Sie die Annahme getrost ablehnen. Auch für Ihre Krankenkasse gelten die gesetzlichen Bestimmungen. Notfalls verweisen Sie Ihren Sachbearbeiter auf diese Website oder Sie schalten den Sehbehinderten – oder Blindenverband ein. Im Einzelfall müssen Sie einen Anwalt um rechtlichen Beistand bitten. Bitte bedenken Sie, dass Sie nicht zwangsläufig einen Anspruch auf Versorgung mit einem Neugerät haben, sich aber auch nicht mit dem „Nächstbesten“ zufrieden geben müssen. Seien Sie sich durchaus Ihrer Position bewusst. Sie sind auch bei Ihrer Krankenversicherung wie bei jeder anderen Versicherung auch zahlendes Mitglied! Der Wettbewerb der Krankenkassen lässt es zu, dass Sie Ihre Versicherung (etwas anderes ist auch eine Krankenkasse nicht) erforderlichenfalls wechseln.

10. Geht mein Anspruch auf ein Hilfsmittel verloren, wenn ich die Versorgung mit einem ungeeigneten Gebrauchtgerät ablehne?
Nein! Sie haben einen Anspruch auf eine Versorgung die ausreichend, wirtschaftlich und notwendig ist. Sehen Sie hierzu auch die Ausführungen unter Punkt 5. Ein Gerät, das nachweislich ungeeignet ist, ist nicht ausreichend und schon gar nicht wirtschaftlich, da dieses Gerät bei Ihnen ungenutzt sein Dasein fristet und einem anderen Versicherten ggf. gute Dienste leisten könnte. Oftmals treffen Krankenkassen hier die Aussage, dass z.Zt. kein anderes Hilfsmittel verfügbar sei. Diese Aussage oder Verfahrensweise ist unzulässig. Wenn kein adäquates Hilfsmittel in Kassenbestand ist, muss die Krankenkasse eines anschaffen.

11. Ich habe gehört, Krankenkassen müssen keine Braillezeilen mehr finanzieren. Stimmt das?
Nein! Das Thema Braillezeile ist wohl das Gebiet, auf dem insgesamt die größte Unsicherheit sowohl bei Herstellern, Firmen, Krankenkassen, Kassenverbänden und Versicherten besteht. Dies sorgt leider immer wieder dafür, dass sich die Fronten zwischen Krankenkassen, Verbänden und Blinden verhärten. Dabei ist die Sachlage an sich sehr einfach, wenn man sich die Zeit nimmt, Inhalte des BGB und Definitionen klar zu analysieren und nicht polarisiert. Früher (vor 1998/1999) haben gesetzliche Krankenkassen pauschal die Bereitstellung von Braillezeilen abgelehnt. Es stand die Aussage im Raum: „Braillezeilen sind keine Kassenleistung.“ (Diese Aussage war und ist falsch!)

Es kam zur Klage und das Bundessozialgericht hat (ca. Ende 1999/2000) folgerichtig festgestellt, dass jede Situation anders ist und daher individuell zu prüfen ist. Nun wurde die Aussage Seitens der Hersteller, Anbieter, Sehbehinderten- und Blindenverbänden getroffen: „Es besteht ein Rechtsanspruch auf eine Braillezeile!“ (Diese Aussage ist ebenfalls unzutreffend!)

Betrachtet man diese beiden gegensätzlichen Aussagen und die aktuelle Rechtslage bedeuten die Urteile nur, dass weder in die eine, noch in die andere Richtung ein Pauschalurteil zulässig ist. Die Rechtslage sagt eindeutig: „Jeder Antragsteller hat das Recht auf Individualprüfung!“ Ein Antrag aus Sicht des Antragstellers muss also begründet sein, es muss ein gesteigerter Lesebedarf vorhanden sein und darf keine Doppelversorgung vorliegen. Gibt der Antragsteller also an, mit der Braillezeile Vorlagen lesen zu wollen, die er auch mit einem geschlossenen Vorlesesystem lesen kann, stellt die im Sinne des SGB und BSG eine Doppelversorgung dar. Aus Sicht der Kostenträger muss ein Antrag sachlich, leistungsrechtlich und inhaltlich geprüft werden wobei die persönliche Situation des Antragstellers zu berücksichtigen ist. Im Verlauf der Jahre wurden dann in zunehmendem Maß Versorgungen angefragt und angeboten, bei denen dem Versicherten ein geschlossenes Vorlesesystem mit einer Braillezeile zur Verfügung gestellt wurde. Die Begründung der Antragsteller war hierbei die, dass man mit Hilfe der Braillezeile Lesefehler korrigieren oder inhaltlich besser erfassen könne. Da jedoch auch bei einem geschlossenen Vorlesesystem die Braillezeile nur das darstellt, was die Optische Zeichenerkennung (OCR) zuvor erkannt hat und der Anwender zudem bei einem geschlossenen System keine Korrekturmöglichkeit hat (sonst wäre es lt. Definition ein offenes System) stellt diese Versorgung tatsächlich eine Mehrfachversorgung dar, denn moderne und leistungsfähige Vorlesesysteme wie beispielsweise unser steller Lesephon® – compact bieten dem Anwender durchaus die Möglichkeiten sich im Text zu bewegen, Worte buchstabieren zu lassen, Tabellen zu lesen u.v.m.. Moderne und leistungsfähige Geräte leisten dies und veraltete Systeme die dies nicht leisten möchte niemand haben. Als konsequente Schlussfolgerung haben daher letztinstanzlich Gerichte entschieden, dass eine Braillezeile an einem geschlossenen Vorlesesystem eine Doppelversorgung darstellt. (Stand 2005). Zurzeit argumentieren daher die Gesetzlichen Krankenkassen wieder in die Richtung, dass eine Braillezeile eine Doppelversorgung darstellt und pauschalisieren hierbei wieder unzulässig. Tatsache ist, dass eine Braillezeile an einem geschlossenen(!) System, mit Ausnahme ihres Einsatzes bei Taubblinden, eine Doppelversorgung darstellt. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass die Braillezeile überflüssig geworden ist. Das Gegenteil ist der Fall! Und auch hier unterstützt die Argumentation der Gesetzgeber und die der Krankenkassen ursprünglich den Anspruch auf eine Braillezeilenversorgung, denn sowohl das Sozialgericht als auch die Gesetzliche Krankenkasse argumentiert, dass:
I. Ein Antragsteller zum Ausgleich seiner Sehbehinderung/Blindheit ein Hilfsmittel durch die Krankenkasse zur Verfügung gestellt bekommen muss, dass geeignet ist, diese Behinderung gem. § 33 SGB V auszugleichen.
II. Das zur Verfügung gestellte Hilfsmittel kein Gegenstand des täglichen Bedarf sein darf und die Versorgung über das Maß des notwendigen nicht hinausgehen darf.
III. PC-Systeme (also offene Systeme oder Computer) heute als Gegenstand des täglichen Bedarfs anzusehen sind und daher keine Kassenleistung darstellen.
Und hier schließt sich wieder der Kreis, der eindeutig die Indikation für eine Braillezeile und ggf. Mehr darstellt. Denn, gerade weil ein PC heute in nahezu jedem Haushalt anzutreffen ist, also ein Gegenstand des täglichen Bedarfs darstellt, ist die Krankenkasse u.A. nach dazu verpflichtet, ein Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, dass gem. § 33 SGB V ausreichend, wirtschaftlich und zweckmäßig ist, die Behinderung auszugleichen. Und dies ist an einem privaten PC (dieser fällt nun wirklich nicht in die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen) eine Braillezeile. Gerade weil Computertechnik heute überall anzutreffen ist, darf diese Technik, die für Sehbehinderte und Blinde einen sehr viel größeren Nutzen bringt als für Sehende, Sehbehinderten und Blinden nicht vorenthalten werden. Unabhängig von Ihrem Lesebedarf für das Sie jederzeit ein geschlossenes Vorlesesystem beantragen können und bewilligt bekommen müssen, sind die gesetzlichen Krankenkassen dazu verpflichtet, dem Umstand Rechnung zu tragen, dass Sie auch beim Umgang mit Ihrem PC (der ja lt. Bundessozialgerichtsurteil als Gegenstand des täglichen Bedarfs eingestuft wird und somit nicht in die Leistungspflicht der Krankenkassen fällt) blind sind und auch für diese alltägliche Situation ein adäquates Hilfsmittel benötigen. Ihre Krankenkasse ist daher unter bestimmten Voraussetzungen (Individualprüfung) dazu verpflichtet, Ihnen eine Braillezeile zum Anschluss an Ihren privaten PC zum Ausgleich Ihrer Behinderung zur Verfügung zu stellen. Wäre ein PC noch etwas Besonderes, könnte man die Aussage. „Das muss man ja nun nicht unbedingt haben“ vielleicht widerwillig hinnehmen. Jedoch im Umkehrschluss zu behaupten, dass ja nun bereits jeder Haushalt mindestens einen PC besitzt, PC-Technik also Standard ist, um dann die zur Bedienung dieses Standard zwingend erforderliche Braillezeile abzulehnen, zeigt, dass manche Krankenkassen hier ihren hochgradig Sehbehinderten und Blinden die Befriedigung elementarer Grundbedürfnisse verweigern. Bislang haben jedoch weder die Interessensvertreter der Sehbehinderten- und Blindenverbände, noch die Richter und Anwälte, Vertreter der Krankenkassen und auch der Hilfsmittelanbieter noch immer nicht verstanden, dass es sachlich und fachlich falsch ist, Lesen und übrige Teile der Lebensführung in diesem Punkt miteinander zu vermischen. Die unzulässige Vermengung des Lesebedürfnisses mit der Nutzung eines PC – vermeintlich, um dem Antrag mehr Gewicht zu verleihen – muss zwangsläufig zur Ablehnung Seitens der Krankenkassen und der Sozialgerichte führen. Nur eine klare Trennung zwischen Lesen im Sinne von Lesen und Lesen im Sinne sonstiger Informationsbeschaffung (PC-Nutzung) verdeutlicht, wozu der blinde Mensch eine Braillezeile benötigt